Anti – Aggressivität – Training (AAT®)

 

 

  1. Anti – Aggressivität – Training

 

Beim AAT handelt es sich um eine delikt- und defizitspezifische Behandlungsmaßnahme für aggressive Intensivtäter. Die Trainingsdauer dieses lerntheoretisch begründeten, speziellen Sozialen Trainingsprogramms beträgt 5 bis 6 Monate bei einer mehrstündigen Gruppensitzung pro Woche, u.a. auf dem „heißen Stuhl“, flankiert von einfühlsamen Einzelgesprächen und Freizeitaktivitäten, die dem Beziehungsaufbau, der Grundlage für dieses Trainingsprogramm, dienen. Während der wöchentlichen Sitzungen wird mit den Teilnehmern an folgenden Inhalten gearbeitet:

  • Ø Analyse der Aggressionsauslöser
  • Ø Provokationstests
  • Ø Analyse von Ideal- und Realselbst
  • Ø Neutralisierungstechniken
  • Ø Opferkommunikation
  • Ø Aggressivität als Vorteil
  • Ø Subkultur Analyse
  • Ø Fragen zur strukturellen Gewalt, die die Aggressivität beim Teilnehmer fördern

 

1.1  Zielgruppe

 

Ca. 5-8 junge Erwachsene / Erwachsene, Probanden der Bewährungshilfe, die Körperverletzungs - und Gewaltdelikte begangen haben und / oder befürchten, weitere Gewalttaten zu begehen und die Auflage oder Weisung erhalten haben, ein Anti –Aggressivitäts - Training (AAT®) zu absolvieren.

Die Teilnehmer müssen in der Lage sein, dem Training sprachlich und intellektuell zu folgen.

Die Trainer entscheiden nach dem Vorgespräch (Clearing) mit den potentiellen Teilnehmern über deren Aufnahme in das AAT®.

 

1.2  Ausschlusskriterien

 

  • Ø Sexualstraftäter
  • Ø Akut Drogen- und Alkoholabhängige Straftäter
  • Ø Psychisch kranke und suizidgefährdete Straftäter
  • Ø Mitglieder oder Ex-Mitglieder organisierter Kriminalität
  • Ø Akut Medikamentensubstituierte nur in fachärztlicher Absprache
  • Ø Gewalt im sozialen Nahraum ( z.B. Kindesmisshandlung, Eltern-Kind-Gewalt )
  • Ø Stalking
  • Ø Amok (-drohung )

 

1.3  Ziele des Trainings

Das AAT soll die Hemmschwelle des Täters, Gewalt anzuwenden, erhöhen. Die Häufigkeit und Intensität von Gewalt soll reduziert werden.

 

  • Ø Erkennen und Bearbeiten von Eskalationsprozessen und Dynamiken, Hinterfragen „zwingender Notwendigkeiten“ (Aggressivitätsauslöser, provozierende Situationen).
  • Ø Übernahme von Verantwortung für Taten durch Infrage stellen der Gewaltrechtfertigungen (Neutralisierungstechniken).
  • Ø Vermittlung der prosozialen These: Friedfertigkeit ist Ausdruck von Souveränität (Dissonanzausgleich durch veränderte Rollenerwartung, Kosten – Nutzen - Analyse).
  • Ø Aufbau von Betroffenheit und Opferempathie (Fähigkeit zur Perspektiv-übernahme und damit Einfühlsamkeit in das Leid des Opfers statt Verharm-losung).
  • Ø Förderung prosozialen Verhaltens. Weiterentwicklung moralischen Bewusstseins.

weitere Infos, Kurstermine und Kosten auf Anfrage

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